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Internationale Waffenexporte: Waffenkauf für den Frieden

 

Wie das Friedensforschungsinstitut Sipri angibt, steigen die jährlichen Waffenexporte großer Industrienationen weiter an. Seit 2003 soll nun schon eine Steigerung der jährlichen Exportzahlen festzustellen sein. Weltweit die Spitzenposition nimmt dabei die USA ein.

USA auf Platz 1 der Waffenexporte, gefolgt von Russland

US-Präsident Donald Trump dürfte sich freuen, denn die Vereinigten Staaten von Amerika belegen den ersten Platz. Und das in einem internationalen Vergleich. Im aktuellsten Bericht des Friedensforschungsinstitutes Sipri steht die USA im Fokus. Mit Abstand belegt das Land Platz 1 im internationalen Vergleich der Rüstungs- und Waffenexporte. Dabei liegt die USA mit 36 Prozent am weltweiten Exporthandel von militärischen Gütern weit vor Russland auf Platz 2 mit 21 Prozent.

Laut Sipri soll die USA zwischen 2014 und 2018 die Waffenexporte um 29 Prozent gesteigert haben, verglichen mit dem vorherigen 5-Jahres-Zeitraum. „Internationale Waffenexporte und Waffenkäufe nehmen weiter zu – wie nun schon seit 2003, als wir einen Tiefstand hatten. Wir wollen auch hervorheben, dass die USA der mit Abstand weltweit größte Waffenexporteur sind und diese Führung in den zurückliegenden Jahren noch ausgebaut haben“, sagte hierzu Sipri-Experte Peter Wezeman.

Internationaler Waffenexport nimmt stetig zu

Der internationale Handel mit Rüstungs- und Waffengütern selbst ist in den vergangenen Jahren um 7,8 Prozent gewachsen. Mehr als die Hälfte der Exporte gehen dabei in den Nahen und Mittleren Osten. Seien es Bomben mit integrierter Zielfindung, Kampfflugzeuge oder auch gerne Kurzstreckenraketen. Saudi-Arabien ist Hauptabnehmer dieser Exporte. Die Importe hat Riad dabei die Importe um 87 Prozent gesteigert.

Viele Länder im Nahen und Mittleren Osten, als auch in Afrika, kaufen Waffen und anderes, militärisches Gerät in den letzten Jahren auf dem internationalen Markt ein. Dabei soll es stets um den eigenen Schutz und den Erhalt des Friedens gehen. Neben Saudi-Arabien seien hier vor allem Ägypten und Algerien zu nennen. Aber auch Indien und Australien importieren kräftig.

Deutschland und Frankreich halten 13 Prozent an weltweitem Waffenexportvolumen

Neben Amerika und Russland auf den Plätzen 1 und 2 findet sich an dritter Stelle der Top-Waffenexporteure Frankreich. Dicht gefolgt von Deutschland auf Platz 4. Zusammen machen deutsche und französische Exporte rund 13 Prozent auf dem Weltmarkt aus. Wezeman sagte hierzu, dass es „in Deutschland einen gewissen Anstieg der Exporte gegeben hatte“. Unter anderem „in den Nahen Osten und nach Nordafrika.“

Hier muss man Algerien nennen, das in den vergangenen fünf Jahren deutsche Waffen bekommen hat, davor aber nicht. Ägypten ist ein anderer wichtiger Abnehmer wie auch seit Langem schon Israel.

Der Stopp an Waffenexporten nach Saudi-Arabien durch Deutschland findet im Sipri-Bericht natürlich auch Erwähnung. „Insgesamt“, so Wezeman, habe Deutschland 2018 „rund ein Viertel“ weniger Waffenexporte genehmigt, als 2017 noch. Das bedeute aber nicht, dass Deutschland nicht dennoch gut im internationalen Exportgeschäft für militärische Ausrüstung und Gerät mitmischt.

Insgesamt sei keine Trendwende bei den weltweiten Waffenexporten zu erkennen, schlussfolgert Sipri in ihrem jüngsten Bericht. Es wird gar mit einem Anstieg an Exportvolumen gerechnet, nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass Gemeinschaftsprojekte zur Entwicklung neuer militärischer Innovationen zunehmen. Unter anderem auch zwischen Frankreich und Deutschland, wie wir berichteten. Auf dem 5. Platz des Sipri-Berichts zu den internationalen Waffenexporten befindet sich übrigens China mit gerade mal 5-prozentigem Anteil am weltweiten Gesamtexportvolumen.

Autor: Thomas Schmied